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Comenius EduMed Siegel 2010
Start>>Lehrer-InfoThema im Unterricht: Vernetzte Sicherheit

Unterrichtsanregungen zum Magazin

Editorial: Vernetzte Sicherheit

A) Vorschläge für den Unterricht

Zu Beginn einer Unterrichtsreihe ist Transparenz im Sinne von Offenlegung der thematischen Schwerpunkte und der zentralen Kompetenzen wichtiger als die Suche nach einer perfekten Motivationsstrategie. Bei den einzelnen Themenblöcken des Schülermagazins sollte die Einstiegs- und Motivationsfrage jeweils besonders bedacht werden. Natürlich muss sehr früh ein Brückenschlag zwischen der Thematik und den Vorstellungen sowie Einstellungen der Schülerinnen und Schüler vorgenommen werden, worin auch einige gemeinsame Planungsüberlegungen eingeschlossen sind. Dazu gehört auch der Hinweis, dass man das Schülermagazin als eine wesentliche Grundlage für die Erarbeitung einbeziehen möchte.

Test zum Auftakt

Als Einstieg kann ein Test hilfreich sein, um das Vorwissen und die Einstellungen der Klasse zu überprüfen. Es kann auch sinnvoll sein, den Test zum Abschluss der Unterrichtsreihe zu wiederholen, um Verbesserungen auszumachen. Der Online-Test befindet sich in der Rubrik Interaktiv.

Tafelanschrieb als Impuls

Tafelanschrieb „Frieden“, „Sicherheit“, anschließende Arbeitsaufträge:
  • Was verbinden wir damit? Die Schülerinnen und Schüler listen zunächst eine Reihe von Stichworten oder Gedanken auf, die sie mit den Begriffen assoziieren und vervollständigen Sätze wie: „Frieden ist, wenn ...“, „Sicherheit bedeutet für mich, dass ...“. Sie notieren drei bis fünf wichtige Punkte auf einem separaten Blatt.
  • Die Antworten werden gesammelt und erörtert. Welche Dimensionen der Begriffe werden genannt (persönliche Ebene – engeres Umfeld – nationale Ebene – internationale Ebene)?

Textarbeit

Lektüre und kritische Erörterung des Einleitungstextes im Schülermagazin und Vergleich mit den vorher gesammelten Aspekten, anschließende Fragen/Arbeitsaufträge:
  • Unterstreichen Sie auf dieser Seite alle Begriffe, die die Welt als Einheit bezeichnen und die Gemeinsamkeit betonen. Was kommt darin zum Ausdruck?
  • Welche Bedrohungen von Frieden und Sicherheit werden aufgeführt? Welche Lösungsmöglichkeiten werden angesprochen?
  • Fertigen Sie ein Schaubild an, bei dem der Begriff der „vernetzten Sicherheit“ im Zentrum steht. Im oberen Feld stehen die genannten internationalen Organisationen, im unteren die beteiligten deutschen Ministerien mit ihren Aufgaben. In einem Vertiefungsschritt können auch die von Bundeskanzlerin Angela Merkel genannten Institutionen aufgenommen werden.

Textauszug

Verteidigungsminister Franz Josef Jung zum internationalen Einsatz der Bundeswehr:
    „In einer globalisierten Welt kann verantwortungsbewusste Sicherheitspolitik nicht an unseren Grenzen Halt machen. Risiken und Bedrohungen haben ihren Ursprung häufig in regionalen und globalen Entwicklungen, die weit jenseits des europäischen Raums liegen. Die Sicherheit und den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger gewährleisten wir am besten durch frühzeitiges Handeln vor Ort. Durch eine vorausschauende und vernetzte Sicherheit schränken wir nachhaltig die Möglichkeit ein, dass Gefahren unser Land erreichen. Deutsche Sicherheitspolitik bedient sich dabei eines umfassenden Instrumentariums, das diplomatische, wirtschaftliche, entwicklungspolitische, polizeiliche und militärische Mittel umfasst. Diese müssen klug aufeinander abgestimmt eingesetzt werden.“ (Quelle: Bundesministerium der Verteidigung: Einsätze der Bundeswehr im Ausland, März/April 2008, S. 4f.)
  • Welche Kerngedanken der vernetzten Sicherheit kommen in diesem Text zum Ausdruck?
  • Prüfen und begründen Sie, inwieweit die Ausführungen des Verteidigungsministers auf den Text im Editorial – den Afghanistan-Einsatz – zutreffen.

Friedensbaum

Mit den Ergebnissen des Einstiegs kann auch ein so genannter Friedensbaum gestaltet werden, der im Laufe der Unterrichtsreihe ergänzt oder verändert wird. Dazu sammeln die Schülerinnen und Schüler auf separaten Zetteln die Merkmale und Voraussetzungen für Frieden und heften die Zettel in Baumform auf ein Plakat: Was bildet den „Stamm“, was die „Äste“, was sind die „Blätter“ oder „Früchte“?

B) Vertiefung

Textauszug

Bundeskanzlerin Angela Merkel zur vernetzten Sicherheit:
    „Ohne einen fairen politischen Ordnungsrahmen sind Stabilität und Nachhaltigkeit der Globalisierungsprozesse nicht gesichert. Vor allem die führenden Industriestaaten, in zunehmendem Maße aber auch die Schwellenländer müssen Verantwortung und Initiative übernehmen, um geeignete Rahmenbedingungen für eine dynamische, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Weltwirtschaft zu befördern. Die politische Verantwortung für die Gestaltung der Globalisierungsprozesse verlangt jedoch nicht nur eine verstärkte Abstimmung der Regierungen, sondern auch mehr Kohärenz zwischen den führenden internationalen Organisationen wie der Welthandelsorganisation WTO, der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Weltbank, um die grundlegenden Werte der Sozialen Marktwirtschaft, des freien Wettbewerbs und Handels sowie des Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutzes zu sichern.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Kommuniqué am 19. Dezember 2007)
  • Worin sehen Sie mögliche aktuelle Ansätze für diese Stellungnahme?
  • Was bedeutet der Begriff der Kohärenz in der Physik und in diesem Zusammenhang?
  • Ergänzen Sie mithilfe des Textes das Schaubild zur vernetzten Sicherheit (siehe oben).

Begriffsklärung

a) Bezeichnungen/Begriffe für Frieden: „peace“, „pax romana“, „shalom“ (israelisch) „eirene“ (griechisch), „heiwa“ (japanisch), „sala’am“ (arabisch), „chowa“ (chinesisch); mittelhochdeutsche („vride“, „vrit“ und das Verb „vriden“), althochdeutsche und indogermanische Ursprungsbedeutungen (zum Beispiel gotisch: „ga-frifon“ = versöhnen, zufrieden, einfrieden)
  • Versuchen Sie herauszufinden, was diese Friedensbegriffe unterscheidet und was sie alles bedeuten können.
b) Oft wird auch zwischen „negativem“ und „positivem Frieden“ unterschieden.
  • Klären Sie die Bedeutungen.
c) Von Mahatma Ghandi (1869-1948), dem geistigen Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, stammt der Ausspruch: „Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg.“
  • Suchen Sie nach weiteren Aphorismen/Sprüchen/Zitaten zum Frieden in Literatur, Religion und Philosophie und arbeiten Sie die verschiedenen inhaltlichen Elemente heraus. Fundstellen sind zum Beispiel: Georg Büchmann und Winfried Hofmann, „Der neue Büchmann – Geflügelte Worte: Der klassische Zitatenschatz“, Ullstein Verlag 2007, und das Online-Lexikon „Wikipedia“.