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Frieden & Sicherheit-Freiwilligendienste

Ein Bundesfreiwilliger unterstützt eines Jungen. Ein Bundesfreiwilliger unterstützt den Lern- und Integrationsprozess eines Jungen.

Freiwilligendienste

Als die Wehrpflicht im Sommer 2011 ausgesetzt wurde, geschah dasselbe mit dem Zivildienst. Zivildienstleistende hatten bis dahin in Deutschland, anstatt Wehrdienst zu leisten, zivilgesellschaftliche Aufgaben wahrgenommen. Um das freiwillige Engagement in der Gesellschaft zu stärken, wurden die bestehenden Freiwilligendienste zusammengefasst und der Bundesfreiwilligendienst eingeführt.

Bedeutung von freiwilligem Engagement

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat am 6. August 2014 die Engagement-Botschafterin und -Botschafter 2014 ernannt: „Bürgerschaftliches Engagement ist nicht selbstverständlich – und doch engagieren sich 23 Millionen Menschen in Deutschland. Umso wichtiger ist es, den Wert und die Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.“

Quelle: „Bundesministerin Manuela Schwesig ernennt Engagement-Botschafter 2014“, vom 6. August 2014, www.bmfsfj.de.


Zivildienst und Bundesfreiwilligendienst

Der Zivildienst wurde 1961 als Ersatzdienst für die Fälle eingeführt, in denen Wehrpflichtige aus Glaubens- und Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigerten. Der Zivildienst bestand bis zur Aussetzung der Wehrpflicht. Die Arbeits- und Aufgabengebiete umfassten u. a. Pflege- und Fahrdienste, Betreuung, Bildungsaufgaben in Krankenhäusern, Altenheimen, Jugendzentren, Rettungsdiensten, Betreuungseinrichtungen, Umwelt- und Naturschutz. Es handelte sich dabei jedoch nur um unterstützende Aufgaben, damit reguläre Arbeitsplätze nicht durch die Tätigkeit der Zivildienstleistenden gefährdet wurden. Der Bundesfreiwilligendienst wurde 2011 mit der Aussetzung der Wehrpflicht geschaffen. Für den Fall, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt würde– sie ist aktuell nicht abgeschafft – müsste der Bundesfreiwilligendienst neu organisiert werden. Der Freiwilligendienst richtet sich an Männer und Frauen jeden Alters. Es handelt sich um eine Vollzeittätigkeit, bei der über 27-Jährigen auch eine Reduzierung der Wochenstunden um die Hälfte offensteht. Die Einsatzgebiete des Zivildienstes sind um zusätzliche Einsatzbereiche wie Sport, Integrationsarbeit und Kultur erweitert worden. Auch der Bundesfreiwilligendienst umfasst nur unterstützende Aufgaben, um reguläre Arbeitsplätze in diesen Bereichen nicht zu gefährden.


Drei Beispiele für freiwilliges Engagement

Hauptgefreiter Tim Pochert

„´Die Entscheidung mich für den Freiwilligen Wehrdienst zu verpflichten fiel mir leicht. Freunde, die schon im Wachbataillon waren, haben mich mit Ihren positiven Erzählungen neugierig auf den Dienst gemacht. Zudem wollte ich die Zeit bis zu meinem Studium überbrücken´, erklärt Pochert seine Entscheidung für den Freiwilligen Wehrdienst.[…] Zunächst absolvierte Hauptgefreiter Pochert eine dreimonatige Grundausbildung. Darauf folgten weitere 40 Tage in der Protokollausbildung. Erst wenn diese abgeschlossen ist, dürfen die Soldaten Staatsgäste im protokollarischen Dienst begrüßen. `Und der ist sehr abwechslungsreich, auch wenn sich das erst mal nicht so anhört. ´ […] Auf seine weiteren Ziele angesprochen, antwortet Pochert: `Ich bin mir im Moment noch nicht ganz sicher. Außer einem Studium bei der Polizei kann mir auch sehr gut eine Laufbahn als Offizier bei der Bundeswehr vorstellen.´“

Quelle: www.bundeswehr-karriere.de > Ihre Karriere > Freiwilliger Wehrdienst (FWD) > Tim Pochert 


Patrick Schliesio, 20 Jahre, Aidshilfe Braunschweig:

„Für mich ist es eine besondere Erfahrung. Ich bin sehr behütet aufgewachsen und hatte vorher keinen Kontakt zu Menschen mit HIV oder AIDS und wurde auch nicht mit dem Thema Tod konfrontiert ´ Patrick Schliesio verbucht seinen Einsatz schon jetzt als Erfolg: Er habe in den wenigen Monate mehr an Reife gewonnen und mehr Erfahrungen gesammelt, als in seiner Schulzeit. Auch in Bewerbungsgesprächen für einen Ausbildungsplatz bemerkte er, wie sehr er durch sein Engagement im Bundesfreiwilligendienst gewachsen ist.“
 

Anna-Katharina Coker, 23 Jahre, Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume, Flintbek bei Kiel:

„Die Mithilfe im Bildungszentrum macht mir Spaß und ermöglicht mir einen guten Praxis-Einblick. Außerdem kann ich mir den Bundesfreiwilligendienst als Pflichtpraktikum für mein Studium anrechnen lassen´, begründet Anna-Katharina Coker ihre Entscheidung für den Bundesfreiwilligendienst. Die 23-Jährige studiert Forstwissenschaften und Waldökologie […].“

Quelle: www.bundesfreiwilligendienst.de > Freiwillige im Einsatz.

 

Grafik

Die Textversion der Tabelle finden Sie hier


Arbeitsvorschläge:

Partnerarbeit/Plenum
Führen Sie ein Interview mit einem Bundesfreiwilligen in einer Organisation in Ihrer Nähe. Entwickeln Sie vorher gemeinsam im Plenum einen verbindlichen Fragenkatalog für alle Teams, der Auskunft über die Motive, die Zufriedenheit mit dem Dienst und die Erfahrungen beim Einsatz geben kann. Stellen Sie im Anschluss die Personen vor, und vergleichen Sie die Ergebnisse der Befragung.
 

Einzelarbeit
Tragen Sie aus den Zitaten der Freiwilligen zusammen, welche unterschiedlichen Motive es gibt, sich im Bundesfreiwilligendienst zu engagieren. Ordnen Sie Ihre Liste nach selbst gewählten Kategorien, und wählen Sie im Anschluss fünf Punkte aus, die ihre Einstellung am besten wiederspiegeln.

 

Weitere Informationen

 

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Schülermagazin 2015/2016

Das aktuelle Schülermagazin Frieden & Sicherheit können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

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Hier finden Sie eine kommentierte Linksammlung zu Themen der Friedens- und Sicherheitspolitik sowie zu weiterführenden Angeboten der schulischen und außerschulischen politischen Bildung.

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