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Frieden & Sicherheit-Interaktive Krisenkarte (Textversion)

Interaktive Krisenkarte (Textversion)

Krisen und Konflikte 2015/2016

Als Konfliktregionen gelten die Länder, für die das Auswärtige Amt im April 2015 eine (Teil-) Reisewarnung ausgesprochen hat. Auch 2015 gilt aufgrund der Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima immer noch eine Reisewarnung für Teile Japans. Die Konfliktregionen sind alphabetisch und nach Kontinenten sortiert.

 

Europa

 

  • Georgien:

An den Grenzen der Regionen Abchasien und Südossetien kommt es wiederholt zu Zwischenfällen zwischen georgischen und russischen Sicherheitskräften. Zudem besteht eine Gefahr durch Minen.

 

  • Ukraine: 

Im Osten der Ukraine (Oblaste Donezk und Luhansk) finden seit dem Frühjahr 2014 bewaffnete Auseinandersetzungen statt. In der Folge eines in Minsk vereinbarten Friedensplans haben sich die Kämpfe aktuell zwar abgeschwächt, flammen an einigen neuralgischen (wichtigen/kritischen) Punkten jedoch immer wieder auf. Über die genannten bewaffneten Auseinandersetzungen hinaus kommt es in den östlichen Verwaltungsbezirken Donezk und Luhansk immer wieder gezielt zu Entführungen und Festsetzungen von Ausländern.

 

Afrika

 

  • Ägypten:

Seit Januar 2011 befindet sich Ägypten in einem politischen Umbruch. Die Lage hat sich seit der Wahl von Präsident Sisi im Mai 2014 etwas stabilisiert, jedoch ist weiterhin mit Demonstrationen zu rechnen. Darüber hinaus gilt für den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet seit Oktober 2014 der Ausnahmezustand.

 

  • Algerien:

Es besteht die Gefahr gewaltsam eskalierender Demonstrationen. Des Weiteren ist Al-Qaida im Maghreb (AQM) vor allem in den südlichen Gebieten Algeriens und in der Sahara aktiv, sodass Anschläge und Entführungen möglich sind.

 

  • Burkina Faso:

Im Oktober 2014 kam es nach innenpolitischen Kontroversen um eine Ermöglichung der Amtsverlängerung des Präsidenten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt des Landes und zum Sturz des Präsidenten. Zusätzlich zur unstabilen politischen Lage besteht die Gefahr der Ausweitung der Ebola-Epidemie auf die Region. Immer wieder kommt es in Burkina Faso auch zu Entführungen von Ausländern.

 

  • Demokratische Republik Kongo:

Die Sicherheitslage ist im gesamten Land fragil (gefährdet). Es gibt immer wieder aufflammende Unruhen, vor allem im Osten des Landes. Wegen der schlechten humanitären und sozialen Lage kommt es immer wieder zu Raubüberfällen.

 

  • Eritrea:

Behörden unterrichten die diplomatischen und konsularischen Vertretungen nicht über Festnahmen ihrer jeweiligen Staatsangehörigen. Reisen außerhalb der Hauptstadt Asmara müssen zehn Tage zuvor beantragt werden. Das Grenzgebiet zu Äthiopien und Dschibuti ist aufgrund eines ungelösten Grenzkonflikts besonders gefährlich.

 

  • Kamerun:

In Kamerun besteht in vielen Gebieten ein hohes Entführungsrisiko für Ausländer sowie die Gefahr terroristischer Anschläge. Das Grenzgebiet zur Zentralafrikanischen Republik gilt als besonders unsicher wegen der Übergriffe bewaffneter Gruppen der dortigen Rebellen.

 

  • Libyen:

Auch nach dem Sturz des Diktators Muammar Al-Gaddafi kommt es besonders dort wo staatliche Institutionen noch nicht wiederhergestellt sind zu bewaffneten Auseinandersetzungen. In den vergangenen Monaten kam es zu verschiedenen Sicherheitsvorfällen, bei denen auch gezielt ausländische oder internationale Einrichtungen und deren Vertreter angegriffen wurden. 

 

  • Mali:

Grenzüberschreitend operierende Gruppierungen wie Al-Qaida im Maghreb (AQM) verüben bewaffnete Überfälle und Anschläge – vor allem gegen Reisegruppen und die malische Armee.

 

  • Mauretanien:

Es bestehen die Gefahren von Entführungen und Terroranschlägen. Al-Qaida im Maghreb (AQM) sucht derzeit gezielt nach Ausländern, um sie zu entführen.

 

  • Niger:

Kriminelle Banden und Al-Qaida im Maghreb (AQM) nehmen Bürger westlicher Staaten als Geiseln, um Lösegelder zu erpressen. Waffen könnten nach der libyschen Revolution in die Hände der AQM gelangt sein. Große Teile des Landes sind nach dem Kampf zwischen der Armee und Rebellen vermint. Darüber hinaus greift die Terrororganisation Boko Haram Ziele im Südosten an, sodass weitere Anschläge nicht ausgeschlossen werden können.

 

  • Nigeria:

In ganz Nigeria kommt es immer wieder zu terroristischen Anschlägen sowie zu gewaltsamen Entführungen von Ausländern. In mehreren Bundesstaaten des Landes wurde im Mai 2013 der Ausnahmezustand verhängt. Diese Gebiete im Norden Nigerias stehen nicht mehr unter der effektiven Kontrolle der Regierung.

 

  • Somalia:

Immer wieder kommt es zu Entführungen, militärischen Kampfhandlungen und Mordanschlägen auf Ausländer, zu Selbstmordattentaten und bewaffneten Auseinandersetzungen. An der Küste und in den angrenzenden Gewässern besteht trotz der von der EU geführten Marineoperation ATALANTA die Gefahr von Piratenangriffen.

 

  • Südsudan:

Seit Dezember 2013 kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen innerhalb der südsudanesischen Armee und zwischen bewaffneten Kämpfern unterschiedlicher ethnischer Gruppen.

 

  • Tschad:

Nach einer Reihe von Entführungen und extremistisch motivierten Vorfällen in den Grenzregionen des Tschad zum nördlichen Kamerun besteht in der Region ein erhöhtes Sicherheits- bzw. Entführungsrisiko. Zudem kommt es im Grenzgebiet zur Zentralafrikanischen Republik wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen zu Spannungen mit der Bevölkerung und einer prekären (schwierigen/kritischen) Versorgungslage.

 

  • Zentralafrikanische Republik:

In der Region besteht nach dem Putsch im März 2013 wegen immer wieder aufflammender Kampfhandlungen ein hohes Sicherheitsrisiko. Im gesamten Land besteht die Gefahr, Opfer von Gewaltkriminalität und militärischen Handlungen zu werden.

 

Asien

 

  • Pakistan:

Mit zahlreichen Bombenanschlägen eskalierte 2008 der Konflikt zwischen der pakistanischen Regierung und Islamisten. In den Rückzugsgebieten der Taliban kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Streitkräften der Regierung. Landesweit besteht die Gefahr von politisch-religiös motivierten Gewaltakten.

 

Vorderer und Mittlerer Orient

 

  • Afghanistan:

In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Im Januar 2014 wurde im Zentrum Kabuls ein komplexer Angriff auf ein bei internationalen Organisationen beliebtes Restaurant verübt, der zahlreiche Todesopfer forderte. Im übrigen Land bestehen teilweise noch deutlich höhere Sicherheitsrisiken. Die afghanischen Sicherheitskräfte haben inzwischen nahezu landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, haben die Lage jedoch bisher nicht überall unter Kontrolle bringen können.

 

  • Irak:

Seit dem schrittweisen Abzug der multinationalen Streitkräfte kommt es vermehrt zu Auseinandersetzungen  zwischen irakischen Sicherheitskräften und unterschiedlichen militanten Gruppen, insbesondere mit der terroristischen Organisation Islamischer Staat (IS, früher ISIS). Es besteht in vielen Regionen des Iraks eine erhöhte Gefahr von Entführungen, Anschlägen und Selbstmordattentaten.

 

  • Jemen:

Es gibt militärische Auseinandersetzungen zwischen Oppositionellen und Regierungstruppen. Daher kann die Herstellung der Sicherheit durch staatliche Behörden nicht gewährleistet werden. Das Terrornetzwerk Al-Qaida verübt immer wieder Anschläge. Ausländer sind einem hohen Entführungsrisiko ausgesetzt. Vor der Küste besteht ähnlich wie im Fall Somalia die Gefahr von Piratenübergriffen.

 

  • Libanon:

Der Syrienkonflikt wirkt sich auf die Sicherheitslage im Libanon aus. Mehrere religiöse Gruppen kämpfen um die Macht im Land. Es kommt zu Gewalttaten gegen Vertreter und Einrichtungen libanesischer Parteien. Zwischen den palästinensischen Flüchtlingslagern im Norden und Süden des Landes und ihrer Umgebung bestehen weiterhin Spannungen. Auch dort ist die Sicherheitslage äußerst kritisch.

 

  • Palästinensische Gebiete:

Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen im Gazastreifen im Sommer 2014 herrscht dort eine zeitlich unbegrenzte Waffenruhe. Im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen sowie in Jerusalem ist jedoch weiterhin besondere Vorsicht geboten. Ebenso wie in den Grenzgebieten zu Syrien und Libanon.

 

  • Syrien:

Seit März 2011 gehen auch in Syrien wie in anderen Staaten der arabischen Welt Menschen auf die Straße. Ihr Ziel ist es, Machthaber Baschar Al-Assad zu stürzen. Dieser geht mit großer Gewalt und Brutalität gegen die Demonstranten vor. Zudem kommt es zunehmend zu Entführungen von Ausländern durch Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat, die große Teile des Ostens Syriens kontrollieren.

 

(Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand: April 2015)

 

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