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Frieden & Sicherheit-Ressourcenknappheit und Energiesicherheit

Eine Gaspipeline in der Nähe der russischen Stadt Wladiwostok Eine Gaspipeline in der Nähe der russischen Stadt Wladiwostok.

Ressourcenknappheit und Energiesicherheit

Die Weltbevölkerung wächst und hat die Marke von sieben Milliarden Menschen überschritten. Öl, Gas und Kohle sind wichtige Energieträger für Industrie, Transport, Verkehr und den Privatverbrauch.Auf der Erde sind diese Rohstoffe nur in begrenzter Menge vorhanden, während der Bedarf an Energie weiter rasant wächst. Wie sichern sich die Industriestaaten den Zugang zu den  Ressourcen Öl und Gas? Welche Auswirkungen hat der Konkurrenzkampf um diese wertvollen Rohstoffe?

Weiterhin steigende Energienachfrage

„Die USA werden zwar bereits 2015 – und damit früher als zunächst erwartet – die Rolle des global führenden Erdölproduzenten übernehmen und die klassischen Nahost-Lieferanten kurzfristig zurückdrängen, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol [Anmerkung der Redaktion: International Energy Agency]. Jedoch werde der Boom von Schiefergas und Ölsanden nicht über die 2020er-Jahre hinaus anhalten. ‚Der Nahe Osten wird entscheidend sein – heute und morgen‘, sagte Birol. Indien werde als Land mit dem größten Öldurst China nach 2020 ablösen. Weltweit werde die Nachfrage bis zum Jahr 2035 weiter steigen – um 14 Millionen Barrel pro Tag auf dann 101 Millionen Barrel [Anmerkung der Redaktion: 1 Barrel Erdöl sind 159 Liter]. In Europa gehe sie [...] aufgrund weiterer Effizienzsteigerungen zurück. Auf dem Treibstoffmarkt werde die Nachfrage eher von der weiter zunehmenden Zahl von Lastwagen getrieben. ‚Wir werden sehr viel mehr Diesel brauchen als Benzin‘, sagte Birol. Insgesamt steige die Energienachfrage über alle Energieträger bis 2035 weltweit um ein Drittel, heißt es in dem Bericht.“

Quelle: Welt-Energie-Bericht: Nahost bleibt als Öllieferant entscheidend, dpa-Bericht vom 12. November 2013, www.zeit.de.
 

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Energiesicherheit: Herausforderungen im 21. Jahrhundert

Eine gesicherte Energieversorgung ist für den Alltag und das Leben im 21. Jahrhundert unentbehrlich. Ohne ausreichend Energie können Industrien nicht produzieren, Unternehmen und private Haushalte können nicht miteinander kommunizieren (Internet, E-Mail, Telefon), Menschen und Warenkönnen nicht transportiert werden. Wichtige Energieträger sind vor allem Öl und Gas. Die Energieversorgung der Wirtschaft und Bevölkerung kann Deutschland nicht durch die heimische Produktion abdecken. Die Energierohstoffe  müssen deswegen aus unterschiedlichen Ländern importiert werden, vorwiegend aus Russland, aber auch aus Norwegen, dem Nahen Osten und Afrika. Energie kann von diesen Ländern als ein politisches Druckmittel eingesetzt werden: So hatte Russland im Jahr 2014 seine Gaslieferungen in die EU reduziert. Dies war eine Reaktion auf die Sanktionen, welche die EU gegen Russland aufgrund des Kriegs im Osten der Ukraine verhängt hatte. Die Länder, die auf die Energielieferungen angewiesen sind, versuchen, Konflikte zu vermeiden und jene Regionen zu stabilisieren, die für den Transport und die Produktion der Rohstoffe wichtig sind. Sie versuchen aber auch, sich exklusive Zugänge zu den Rohstoffen zu sichern. Ein Beispiel ist die Volksrepublik China. Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern und einer starken Wirtschaft hat der Staat einen enormen Bedarf an Energie. Um seine Wirtschaft ausreichend mit Öl zu versorgen, bezieht China diesen Energierohstoff auch aus Afrika. Dafür fördert China die Verkehrsinfrastruktur vor Ort und vergibt Kredite an die afrikanischen Staaten, zum Beispiel Angola oder den Sudan.
 

Verknappung von Ressourcen

Durch den steigenden Energiebedarf und die notwendige Energiesicherung werden Öl, Gas und Kohle immer knapper. Die Ressourcen an konventionellem und wirtschaftlich zu förderndem Erdöl sind begrenzt. Diesen Punkt nennen Experten „Peak Oil“. Damit ist der Zeitpunkt gemeint, an dem die Hälfte der weltweit förderbaren Ölmenge verbrannt wurde und die Förderung ihren Zenit überschreitet. Während die Produktion und Förderung von Erdöl allmählich zurückgeht, steigt die Nachfrage weiter an. Die Stromerzeugung in Kohlekraftwerken ist in Deutschland ökologisch umstritten. Gas kann nur durch Pipelines befördert werden. Alternative Transportmittel, zum Beispiel Tanker, die Erdöl auf dem Seeweg befördern, können für andere Ressourcen nicht verwendet werden. Eine neue Methode der Energiegewinnung ist das so genannte Fracking: Durch Bohrungen sollen Gas- und Ölvorkommen an die Erdoberfläche gefördert werden, die in tiefen Gesteinsschichten eingebunden sind. Fracking wird besonders in den USA praktiziert. Auch in Deutschland wird über eine Einführung diskutiert. Gegner dieser Methode befürchten Umweltschäden, die durch die Bohrungen im Grundwasser entstehen können. Befürworter erhoffen sich wirtschaftliche Erträge aus der Förderung und eine größere Unabhängigkeit bei der Gas- und Ölversorgung.
 

Arbeitsvorschläge:

Partnerarbeit
Recherchieren Sie in verschiedenen Medien, welche Energiepolitik die Bundesregierung verfolgt und wie diese insbesondere unter dem Aspekt der Energiesicherheit begründet wird.

Plenum
Erörtern Sie an zwei aktuellen Beispielen, welche Bedrohungen vom Ressourcenmangel für Frieden und Sicherheit ausgehen können.

Gruppenarbeit
Informieren Sie sich in verschiedenen Medien über Vor- und Nachteile des Frackings als eine neue Methode der Energiegewinnung. Halten Sie Ihre Ergebnisse in einer Tabelle fest. Verwenden Sie die Tabelle als Grundlage, um im Plenum ein Streitgespräch zu führen.
 

Weitere Informationen

 

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